Hanomag Weltrekord Diesel auf der Historischen Rekordwoche in Dessau 2014

Historische Rekordwoche Dessau
vom 2. bis 5. Oktober 2014


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Historische Rekordwoche Dessau ein voller Erfolg

Mit einer Veranstaltungsreihe erinnerte das Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau vom 2. bis 5. Oktober 2014 an die Eröffnung der Rekordstrecke auf der damaligen Reichsautobahn vor 75 Jahren. Wie schon 1939, so kamen auch zu dieser Veranstaltung zahlreiche Rekordfahrzeuge aus Deutschland und der Schweiz. Nach der Eröffnung durch Dessaus OB Peter Kuras war der Höhepunkt der Rekordwoche am 3. Oktober – Tag der deutschen Einheit – morgens eine Demonstrationsfahrt auf der heutigen A9 unter den Bauhaus-Brücken zwischen Wolfen-Bitterfeld und Dessau-Süd. Abgerundet wurde das Programm durch einige Fachvorträge sowie eine Aerodynamik-Ausstellung des deutsch-schwedischen Künstlers Rony Lutz aus Karlstad, die erstmals überhaupt in Deutschland gezeigt wurde.

Stromlinie und Leichtbau waren gefragt bei der Historischen Rekordwoche Dessau. In den 30er Jahren spielten diese Faktoren im Fahrzeugbau erstmals eine größere Rolle. Dazu gehörte auch die Jagd nach Geschwindigkeiten, an der sich vor 75 Jahren zahlreiche Hersteller von Automobilen und Motorrädern beteiligten.

Eine der wenigen Rekordstrecken wurde Anfang 1939 auf der damaligen Reichsautobahn Leipzig-Berlin eröffnet. Auf der heutigen A9 zwischen Wolfen und Dessau Süd ist dieser inzwischen sanierte, 14 km lange Streckenabschnitt noch komplett erhalten. Dazu gehören auch die vier filigranen Stahlbrücken im Bauhaus-Design. Diese moderne Kunstschule kam 1928 nach Dessau und war bereits 1933 von den Nazis geschlossen worden, aber ihr effizienter und markanter Stil war allgegenwärtig.

Zur Rekordwoche hatten sich 17 Sammler historischer Stromlinienfahrzeuge angemeldet und waren alle mit ihren Gefährten nach Dessau gekommen, um am 3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – nochmals auf die Rekordstrecke zu gehen.

Eines dieser Rekordfahrzeuge kam von der Hanomag aus Hannover. Das in den Nachkriegswirren verschwundene Fahrzeug wird gegenwärtig von der Hanomag IG aus Hildesheim in mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert. Der fahrbereite Wagen hatte in nur vier Tagen bei Uli und Fynn Weinberg in Zetel noch eine fast komplette Aluminium-Verkleidung um die Fahrzeugfront bekommen – gerade noch rechtzeitig für die Fahrt in Dessau vollendet.

Der Rekordwagen basierte auf damaliger Serientechnik, die wiederbeschafft werden konnte. Von 1934 bis 1940 baute die Hanomag rund 20.000 Pkw des Typs Rekord, knapp 1.100 davon mit einem Klein-Diesel-Motor.

Um das Rekonstruktionsprojekt bekannter zu machen und für weitere Sponsoren zu werben, wurde die Historische Rekordwoche am Technikmuseum Hugo Junkers organisiert. In Dessau gibt es zu Aerodynamik und Leichtbau durch Hugo Junkers und sein Lebenswerk zahlreiche Verbindungen, so dass es nahe lag, das Technikmuseum zum Ausgangs- und Mittelpunkt der Veranstaltung zu wählen.

Weitere Raritäten waren ein Adler Le Mans von 1938, ein Leichtbau Maier, zwei Tatra sowie mehrere DKW- und Hanomag-Fahrzeuge. Ein Rekordfahrzeug aus Hannover war gerade erst zu der Veranstaltung aus der Restauration gekommen. Mit diesem Rekord Roadster hatte der berühmte Rennbaron Huschke von Hanstein 1937 die Rallye Marokko gewonnen.

Im geführten Konvoi ging es zur Autobahn und nachdem sich am 3. Oktober morgens der Nebel verzogen hatte, gaben die örtlichen Polizeieinsatzkräfte grünes Licht für die Demonstrationsfahrt auf der ehem. Rekordstrecke. Auf den Bauhausbrücken hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Nach erfolgreichem Verlauf waren die seltenen Rekordfahrzeuge noch unter der Ju 52 im Technikmuseum Hugo Junkers zu bestaunen. Für die Veranstalter steht schon jetzt fest: 2019, zum 80. Geburtstag der Rekordstrecke, wird es eine Wiederholung geben.

Schön auch, dass durch Spenden und Eintrittsgelder bei dieser Veranstaltung rund 6.000,- € für das Diesel-Projekt zusammen kamen, um die beim Karosseriebauer noch bestehende Lücke nicht größer werden zu lassen. Herzlichen Dank dafür an alle Mitwirkenden!

Klaus-Lothar Bebber / Horst-Dieter Görg

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