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Hanomag Raupenschlepper

Schon bald nach dem Produktionsbeginn der ersten WD-Kettenschlepper erkannte man, dass ihre überragende Traktion und Geländegängigkeit sie nicht nur zu Hochleistungsschleppern machte, sondern auch einen Einsatz in für Radfahrzeuge nicht zugänglichen Gebieten ermöglichte. In der Forstwirtschaft zum Beispiel waren die Maschinen deshalb, mit einer Seilwinde ausgerüstet, willkommene Helfer. In der Bauwirtschaft war die optional lieferbare Riemenscheibe ein beliebter Antrieb für Brecheranlagen. Ein Planierschild war jedoch noch nicht lieferbar, so dass die Kundschaft sich mit zahlreichen Basteleien behelfen musste.


Z-50-zerlegt-in-der-Halle

 

Seit dem Jahr 1928 wurde bei Hanomag an einem Dieseltriebwerk gearbeitet. Das Ergebnis wurde im Jahr 1931 auf dem Salon des Machines Agricoles in Paris vorgestellt. Es handelte sich um einen Reihenvierzylinder-Vorkammerdiesel mit Schrägnocken- Einspritzpumpe, 5,2 Litern Hubraum und 40 PS. Diese, D 52 genannte Maschine wurde später der Hanomag-Diesel schlechthin. Bis 1951 wurde er nahezu 30.000 mal gebaut.

Z 50-Kettenschlepper mit optionalem Verdeck. Dieses Exemplar gehört mittlerweile zum Museumsbestand des Technik-Forum Hanomag und wird zur Zeit restauriert. Berichte über die Arbeiten stehen im Mitgliedermagazin „Hanomag Kurier”. Ein weiteres Exemplar steht im Agrarmuseum Wandlitz.


 

Hanomag K 50 Kettenschlepper

 

Im K 50-Kettenschlepper kam eine Version des D 52-Motors zum Einsatz, die bereits über 50 PS verfügte.
 

Der neue Motor bedingte allerdings auch ein neu konstruiertes Chassis. Es entstand die K 35/40, die erstmals auch mit einem mittels Handrad über Ketten verstellbaren Planierschild ausgerüstet wurde. Aufgrund der Wirt-schaftskrise war dieser Typ jedoch kein grosser Erfolg.

Bei der nachfolgenden K 50 war die Situation schon eine ganz andere. Von ihr wurden vor und nach dem Krieg etwa 7.600 Stück gebaut. An der K 50 kam zum ersten Mal ein hydraulisch verstellbares Planierschild zum Einsatz, das in Zusammenarbeit mit der Hamburger Firma Menck entwickelt worden war. Auch für diese Raupe gab es eine Seilwinde und eine Riemenscheibe als Zubehör. Ausserdem konnten für nicht tragfähigen Boden, z. B. bei der Moorkultivierung, extrabreite Ketten von 430 mm bestellt werden.


Hanomag K 60 Planierraupe

 

Die K 60 als Planierraupe
 

 

Selbstverständlich ging die Entwicklung ständig weiter. Als Nachfolger der K 50 kam 1951 die K 55 auf den Markt. Ein Jahr später wurde sie erstmals als Laderaupe vorgestellt. Im gleichen Jahr wurde das Programm um die K 90-Planierraupe erweitert, die mit einem 90 PS starken Sechzylinder-Diesel ausgerüstet war.

Im Jahr 1956 erschien die völlig neu entwickelte K 60. Diese brachte mit ihrem Zweizylinder-Zweitaktdiesel nicht nur einen völlig anderen Motor mit, sondern verfügte auch über eine Steuerung mittels zweier Kupplungshebel und Bremspedale, wodurch das Lenkrad wegfiel. Diese Methode hatte sich im Betrieb von Schwenkschildern als deutlich richtungsstabiler erwiesen.


 

Hanomag K 7 Laderaupe

 

Die K 7 als Laderaupe

Im Jahr 1958 entstand als Weiterentwicklung der K 60 die K 65, die zwei Jahre später mit einem neuen Motor ausgerüstet und auf 75 PS erstarkt, als K 7 ihren Siegeszug antrat. Die K 7 konnte mit einer langen Ausstattungsliste den individuellen Kundenwünschen angepasst werden und wurde so, als Laderaupe mit Greiferschaufel, Seitenkippschaufel, Baumklammer, als Überkopflader oder auch als Planierraupe mit Schwenk- und Kippschilden, mit Wurzel- oder Steinrechen, mit breitem Moorfahrwerk, mit Heckaufreisser, Riemenscheibe oder Seilwinde bis zur Einstellung ihrer Produktion im Jahre 1975 etwa 10.000 mal verkauft.



Hanomag K 15 Laderaupe

 

Die K 15 als Laderaupe

 

1962 wurde das Programm durch die Typen K 4, K 5 und K 15 jeweils als Lade- und Planierraupe erweitert. Bemerkenswert war die in die Typen K 5 und K 15 eingebaute Reversiereinrichtung, die einen Wechsel der Fahrtrichtung ohne Anhalten erlaubte. Eine weitere interessante Neuentwicklung war die im Jahr 1964 eingeführte K 11, die erstmals mit einem Lastschaltgetriebe und einem Drehmomentwandler ausgerüstet war. Neu war auch der Fahrerarbeitsplatz, der nun eine beheizte Stahlkabine und einen Schwingsitz bot.

Die folgenden 10 Jahre brachten immer weitere Detailverbesserungen. Man ging immer mehr dazu über, die Grundform der Maschinen den Aufgaben, Laden oder Planieren, anzupassen. Auch die Erhöhung des Fahrkomforts stand auf dem Programm ganz oben.


 

Hanomag D 660 als Terex-Machine

 

Hanomag D 660 als Terex-Machine

Die Übernahme der Hanomag durch den kanadischen Schlepper- und Baumaschinenhersteller Massey Ferguson brachte eine Straffung des Raupenprogramms mit sich. Da MF bereits in Italien Raupen bis 120 PS baute, blieben aus dem ursprünglichen Hanomag-Programm nur noch zwei Modelle, K 12 und K 18, übrig. Diese wurden in D/L 600 und D/L 700 umbenannt und das Programm durch den aus Italien stammenden Typ D/L 400 mit 92 PS ergänzt.

Nach dem erneuten Verkauf an IBH fehlte eine „kleine" Raupe im Hanomag-Programm. Es erschien der Typ D 500, der erstmals mit dem Hanomatic-Getriebe ausgerüstet war. Der Typ D/L 600 wurde innerhalb der IBH mit optischen Retuschen von Terex in den USA verkauft.


Hanomag D 580 E

 

Hanomag D 580 E mit PAT-Schild auf einer Messepräsentation, 1992

 

Nach dem Zusammenbruch der IBH und der Gründung der Hanomag GmbH im Jahre 1984 wurde zunächst der Typ D 500 mit diversen Verbesserungen weitergebaut. Besonders erwähnenswert ist hier die komfortable Kabine mit optionaler Klimaanlage und die wartungs-, und verschleißfreie Führung der Fahrwerke. Bereits 1986 wurde der D 500 durch den D 540 ersetzt, der jetzt wieder einen Hanomag-Motor besaß und mit einem dreh- und schwenkbaren sogenannten PAT-Schild ausgerüstet werden konnte. Ebenfalls mit diversen Neuerungen konnte der D/L 600 glänzen. Auch er stand auf wartungsfreien Laufwerken und sein auf 153 PS erstarkter Motor erfüllte die neuesten Umweltschutzrichtlinien.

Es folgten weitere Typen und Detailverbesserungen. Hanomag baute Raupen bis 204 PS und verbesserte auch die Wartungsfreundlichkeit durch erweiterte Diagnose- und Überwachungsfunktionen. Zusätzlich wurde die Pedallenkung um eine serienmäßige Handhebellenkung erweitert.

Das Jahr 1989 brachte wieder einen neuen Herren. Der japanische Komatsu-Konzern hatte die Aktienmehrheit bei Hanomag übernommen. Man ließ die Hannoveraner jedoch zunächst noch wie gehabt weiter arbeiten. Im Jahr 1990 wurden bei Martimex in der Slowakei die ersten D/L 600-Raupen gefertigt und sowohl von Hanomag als auch von ZTS vertrieben. 1996 wurde auch der Rest der Raupenfertigung an die Firma Martimex abgegeben.


Weitere Informationen, Bilder und detaillierte technische Angaben zu Hanomag Baumaschinen finden Sie im Buch:

 


Hanomag Baumaschinen aus Hannover
Von Hanomag bis Komatsu
 

 

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