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Hanomag Radlader

Anfang bis Mitte der fünfziger Jahre vollzog sich in der Bauwirtschaft eine tiefgreifende Veränderung beim Material-transport. Die schienengebundenen Fahrzeuge und Maschinen wurden von Ketten- und Radladern abgelöst. Beide Ladertypen trugen wesentlich zur Steigerung der Leistung und Wirtschaftlichkeit im Erd-, Tief- und Straßenbau bei. Mit den Radladern wurde aufgrund seines besonders konstruktiven Aufbaus in Verbindung mit den Vorzügen hoher Mobilität sowie großer Fahr- und Arbeitsgeschwindigkeit eine deutliche Erweiterung der Einsatzbereiche erzielt.


 

Hanomag Radlader B 70 AF

Hanomag Radlader B 70 AF

Bereits Mitte 1960 ging die Frontladerversion als erster „Hanomag-Radlader” mit der Typbezeichnung B 70 AF in Serie. Mit weiteren Detailverbesse-rungen und einer Leistungssteigerung von 70 auf 80 PS wurde dieser Radlader in B 8 umbenannt. Während der B 8 in Serie gebaut wurde, entwickelte man, um der zunehmenden Forderung der  Bauwirtschaft nach noch leistungsfähigeren und grösseren Radladern  gerecht zu werden, einen B 11 mit 110 PS und gleichzeitig einen neuen B 8 b mit 80 PS.

Ab Mitte 1960 ging der B 70 AF als erster Hanomag-Radlader in Serie


Hanomag-Radlader B 11 C

 

Hanomag-Radlader B 11 C beim Schneeräumen
 

 

Die Radlader traten ihren Siegeszug an. Auf Baustellen und in Gewin-nungsbetrieben ersetzten sie den Einsatz kostenintensiver Laderaupen, stationärer Förderanlagen oder menschlicher Arbeitskraft. Auf der Hannover-Messe 1964 wurden diese Weiter- bzw. Neuentwicklungen vorgestellt. Die verstärkten ZF-Starr- und Lenkachsen sind serienmäßig mit automatischen Sperrdifferentialen ausgerüstet.

Zusammen mit der Reifenindustrie entwickelt, standen jetzt Breitreifen (20-24 EM) zum Einsatz auf wenig tragfähigen oder griffigen Böden zur Verfügung. In Verbindung mit den Sperrdifferentialen wurde damit eine erhebliche Verbesserung der Schubkraft erreicht. Weitere Innovationen und die bewährte Z-Kinematik führten dazu, dass die Hanomag-Radlader in ihrer Leistungsklasse einen legendären Ruf erreichten, der zu guten Markt- anteilen führte.


 

Hanomag B 16

Mit der Entwicklung des Radladers B 16 mit 160 PS im August 1965 wurde der Grundstock für eine neue Reihe von 6 Ladegeräten im Leistungsbereich von 60 bis 260 PS gelegt. Bei den grösseren Fahrzeugen stellte sich heraus, dass der Einschlagwinkel der Lenkräder aus konstruktiven Gründen nicht so gross sein konnte, wie es für eine gute Manövrierfähigkeit erforderlich gewesen wäre. Deshalb führte Hanomag bei dem B 16 (später B 18 C) mit Beginn der Serienfertigung ab September 1968 erstmalig die Knicklenkung ein.

B 16, der erste Hanomag-Radlader mit Knicklenkung
 

Hanomag Radlader 5 C

 

5 C, der erste hydrostatisch ange- triebene Hanomag-Radlader
 

 

1980 folgte mit dem 5 C der erste hydrostatisch angetriebene Hanomag-Radlader, ausgestattet mit 34-PS-Perkins-Motor. Bei der Übernahme der Hanomag durch die IBH Holding am 1. Februar 1980 bestand damit die Produktpalette aus insgesamt 7 Radladern: 5 C, 22 C, 33 C, 44 C, 55 C, 66 C und 77 C. Sie waren im Laufe der Jahre über die Modellpflege den Erfordernissen des Marktes angepasst worden (z. B. Sicherheitsfahrer- häuser, Scheibenbremsen). Allerdings war in den 1980-er Jahren eine grundsätzliche Überarbeitung der Palette erforderlich geworden, um erfolgte Innovationen für Leistung und Qualität und Auflagen des Gesetzgebers (z. B. Schallemissionsvorgaben) umsetzen zu können.

Die Konstruktion hatte im Rahmen der Vorgabe der IBH Holding den Auftrag, für die mittlere Leistungsklasse (80 bis 250 PS) die Weiterentwicklung voranzutreiben.


 

Skizze Hanomag ALS-System

Durch die „Esch-Pleite” war eine ganze Reihe interessanter Entwicklungen zunächst gestoppt worden. Allerdings konnte nach Neugründung der Hanomag dort angeknüpft werden, wo man vorher aufgehört hatte. So kamen bis zur Bauma 1986 etliche Neuerungen zur Ausführung.

Bereits 1986, keine zwei Jahre nach Wiederbeginn der Hanomag-Baumaschinenfertigung, konnte als erstes Ergebnis der gesteckten Ziele der neue Radlader 70 E, das Flaggschiff der zukünftigen Hanomag-Radladerreihe der „E-Serie”, der Händlerschaft präsentiert und zum Verkauf für den Inlandsmarkt und den Export freigegeben werden. Mit diesem Gerät gelang es dem Werk und den Vertriebspartnern, wieder auf Erfolgskurs im Markt zu gehen.


Hanomag Radlader 55 D vor der Hauptverwaltung

 

Mit dem 70 E wurde für Hanomag die neue Maschinengeneration zum Leben erweckt. Alle Design und Komfort betreffenden Veränderungen sollten damit gekrönt werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Designer Heinrich Stukenkemper, der auch den in Baumaschinenkreisen bekannten Futura-Bagger von O&K gestaltet hatte, wurde der komplette 70 E optisch ausgelegt. Die komfortabel neu konstruierte Großraum-Radlader-Fahrerkabine setzte 1986 in der Baumaschinenbranche Maßstäbe.



Radlader 55 D „Perfekt” vor der Hanomag-Hauptverwaltung


 

Hanomag Radlader 70 E

Anlässlich der Bauma 1986 präsentierte sich die „Neue Hanomag” in München erstmals auf internationalem Parkett. Der neue 70 E in Verbindung mit dem patentrechtlich geschützten ALS-System war durchaus ein Bauma-Highlight und trug wesentlich dazu bei, allen deutlich zu machen: Mit der Hanomag – neu – ist wieder ein wettbewerbsfähiger Partner der Bauindustrie entstanden.


Der neue 70 E als „Flaggschiff” der Radlader aus Hannover


Hanomag Compaktor

 

Müllcompaktor CL 290 im Einsatz

 

Hanomag setzte die baugleiche Kabine und das Gesamtlayout dann auch bei den 80 E, 60 E und 50 E ein, ebenfalls bei den Compaktoren.

Ende der 1960er-Jahre gingen die Kommunen mehr und mehr dazu über, aus Umwelt-Gesichtspunkten zentrale Deponien einzurichten. Damit war auch die bessere Verdichtung von Haus- und Sperrmüll gefordert, um Ungeziefer und unkontrolliertes Feuer einzudämmen. Kettenschlepper konnten diese Aufgabe aufgrund ihres geringen Bodendrucks nicht erfüllen, daher wurden Radlader zu echten Spezialmaschinen weiterentwickelt.

 

Komatsu Radlader WA 500-3

Komatsu Radlader WA 500-3




Ab April 2001 wird der WA 500-3 von Komatsu Hanomag gebaut. Die tech- nischen Daten des WA 500-3 sind: 319 PS, 5 m³, ca. 30 Tonnen Eigengewicht. Er wird dann in modellgepflegter Version der bis dahin größte in Hannover in Serie gefertigte Radlader sein.

Ausgestattet mit neuer Großraumkabine und wirtschaftlichem Komatsu-Niederemissionsmotor, erfüllt der WA 500-3 sowohl höchste Komfort- ansprüche als auch die strengsten Abgasanforderungen mit modernster elektronischer „Common-Rail”-Einspritztechnologie.



Weitere Informationen, Bilder und detaillierte technische Angaben zu Hanomag Baumaschinen finden Sie im Buch:

Hanomag Buch Baumschinen aus Hannover

 



Hanomag Baumaschinen aus Hannover
Von Hanomag bis Komatsu

 



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